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Valentinstag

Hunde schenken uns ihr ganzes Leben. Auf ihre bedingungslose Zuneigung kann man sich hundertprozentig verlassen. Sie sind immer an unserer Seite und wenn sie einmal gehen, hinterlassen sie in uns ein riesengroßes Loch. Für die meisten Hundebesitzer ist das Liebe. Aber können unsere Vierbeiner wirklich ein so komplexes Gefühl empfinden? Oder ist der Mensch für sie nicht doch nur das Alphatier oder der Rudelchef der mit seinem opponierenden Daumen jede Dose öffnen kann?

 

Die Wissenschaft ist unsicher

Ob Hunde wirkliche Liebe für ihre Menschen empfinden können, ist unter Wissenschaftlern sehr umstritten. Dabei unterscheidet sich ein Hundekopf gar nicht sehr von unserem. Das Gehirn von Hund und Mensch ist aus ähnlichen Strukturen aufgebaut. Allerdings gibt es verschiedene „Prioritäten“. Die Unterschiede finden sich hauptsächlich im Cortex, der Großhirnrinde. Tierforscher vermuten das der Hauptunterschied zwischen Mensch und Hund darin besteht, dass die Kommunikation der Großhirnrinde mit den restlichen Hirnregionen bei Hunden nicht so gut entwickelt ist wie beim Menschen.

 

Das Ich-Bewusstsein

Fest steht: Hunde können Menschen sehr gut am Gesicht erkennen und seine Gefühle und Stimmungen aus der jeweiligen Mimik lesen und verstehen. Sich selbst erkennen sie in einem Spiegel aber nicht. Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass ihnen deshalb das sogenannte Ich-Bewusstsein fehlt. Eine Voraussetzung, dafür echte Gefühle entwickeln zu können.

Heute weiß man, dass Hunde den sogenannten Spiegeltest deshalb nicht bestehen, weil sie sich, anders als der Mensch oder Menschenaffe, nicht auf den Sehsinn als Hauptinformationsquelle verlassen müssen. Die eigene Identität und die anderer wird von Hunden vor allem am Geruchs- und Hörsinn festgemacht. Hunde könnten also tatsächlich ein Ich-Bewusstsein haben.

 

Hormone

Der Hormonhaushalt lässt vielleicht Rückschlüsse darauf zu, ob es sich bei der Zuneigung des Hundes um Liebe handeln könnte. Forscher der japanischen Universitäten Tokio und Kanagawa haben heraus gefunden, dass Hunde das Hormon Oxytocin verstärkt ausschütten, wenn sie Zeit mit ihren Besitzern oder mit Artgenossen verbringen. Dieses sogenannte „Kuschelhormon“ beeinflusst auch das Bindungsverhalten beim Menschen. Es steigert unsere Bereitschaft, uns anderen anzunähern oder zu vertrauen.

 

Romantik

Für die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena setzt Liebe in jedem Fall ein romantisches Gefühl voraus. Das gehe aber weit über die kooperativen, kommunikativen und kognitiven Fähigkeiten von Hunden hinaus. Deshalb bezweifeln sie, dass es sich bei der Zuneigung von Hunden zu Menschen um Liebe handeln könne.

 

My pawfect Valentine

Das Hunde Emotionen empfinden können und ihre Gefühle auch zeigen, gilt für die Forschung als weitestgehend gesichert. Das zeigen zahlreiche Studien von Hirn- und Verhaltensforschern. Vermutlich gilt das auch für Gefühle wie Angst, Freude, Trauer und Leid. Ob sie aber auch Liebe empfinden können ist für uns Menschen nur schwer ergründbar und objektive wissenschaftlich belastbare Beweise gibt es dafür bislang nicht. 

Die meisten Hundebesitzer benötigen diese Beweise aber überhaupt nicht. 

 

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